15.09.2015 – TalentTag Ruhr in Bochum

Vielfalt fördert Talente!

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Integration durch Technik

Strahlende Kinderaugen, angestrengte und konzentrierte Gesichter noch nach zwei Stunden Arbeit – den Kindern der internationalen Klasse der Heinrich-von-Kleist-Schule war anzusehen, wie ehrgeizig sie an ihren Aufgabe arbeiteten.

Die Aufgabe? Baut euer eigenes Namensschild!

Dazu wurden ab 10 Uhr Kunststoffstreifen präzise abgesägt, die scharfen Ecken mit einem Fräser professionell verrundet, Es wurden Schrauben und Muttern in passenden Längen zusammengesucht und dann wurde geschraubt, geschraubt, geschraubt. Eigentlich sollte der der Live-Unterricht um 11.30 Uhr beendet sein – die Kinder waren bis 13 Uhr nicht zum Gehen zu bewegen – bis auch der Letzte sein Namensschild fertig hatte.

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Die Tagungsteilnehmer waren beeindruckt, beeindruckt auch von der Kommunikation und dem Teamwork der Schülerinnen und Schüler – das ging auch ohne Deutsch.

Mit dem Projekt „Integration durch Technik“, das im zdi-Netzwerk IST.Bochum.NRW entstanden ist und mittlerweile schon ins zdi-Netzwerk MINT.REgio übertragen wurde, wird der Unterricht in den Seiteneinsteigerklassen – also mit schulpflichtigen Kindern, die noch kein oder wenig Deutsch sprechen, um einen hervorragenden Baustein bereichert.
Nicht erst seit der aktuellen Flüchtlingskrise ist klar: Der Migrationshintergrund vieler Schülerinnen und Schüler stellt neue Anforderungen an den Schulunterricht und die Angebote der Hochschulen. Gleichzeitig besteht Diskussionsbedarf über geeignete Möglichkeiten der Förderung von Sprache und Talenten.

Eine Gelegenheit zum Austausch über dieses Thema bot die Veranstaltung „Vielfalt fördert Talente“, die im Rahmen der TalentTage Ruhr 2015 in den Räumlichkeiten der Stadtwerke Bochum stattfand. Eingeladen hatten das zdi-Netzwerk IST.Bochum.NRW und der Verbund UniverCity Bochum. Rund 30 Bildungsakteure aus der Region nutzten die Gelegenheit zum Gespräch. Hochinteressiert nahmen die Teilnehmer die Informationen über die Gestaltung des Projekts „Integration durch Technik“ auf und verfolgten den „Live-Unterricht“ mit Begeisterung.

Sprache lernen durch Technikunterricht? Dass dies erfolgreich gelingt, zeigte eine Gruppe von Schülern der Heinrich-von-Kleist-Schule. „Unser Konzept belegt, dass die Kinder und Jugendlichen die neue Sprache quasi ‚nebenbei‘ erlernen, während sie gemeinsam an praktischen Projekten arbeiten. Dies ist ein wertvoller Baustein zur Ergänzung des Unterrichts in unseren „Internationalen Klassen“, der Erfolgserlebnisse auch ohne oder mit geringen Sprachkenntnissen ermöglicht. Auch das soziale Miteinander gelingt so sehr gut“, fasst Eckhard Buda, Schulleiter der Heinrich-von-Kleist-Schule den Erfolg des Ansatzes zusammen.